Vogelfutter-Rezepte

Leckere Selbermach-Rezepte für qualitativ hochwertiges Vogelfutter

Meise am Futterplatz  / © TSV Bad Arolsen (N.H.)
Im Winter biegen sich in Supermärkten und Gartencenter die Regale vor Vogelfutter. Doch beim Kauf ist Vorsicht geboten: Nicht selten kommt die Ware direkt aus dem Lager, wo sie als Restposten vergangener Winter gelegen hat. Oft sind die Körner eingetrocknet oder das Fett ist ranzig und schlecht.

Dazu kommt, dass vielfach Samen der Ambrosia in großen Mengen untergemischt sind – wie die Zeitschrift Ökotest erst im Dezember 2007 herausgefunden hat. Die Pollen dieser aus Nordamerika stammenden Pflanze lösen heftige Allergien aus. Die im Vogelfutter enthaltenen Samen können im Frühling keimen und der Pflanze zu weiterer Verbreitung verhelfen – zum Schaden von Mensch und Tier!

 

Doch Sie können mit einfachen Mitteln qualitativ hochwertiges Futter selbst herstellen:

 

Fettfutter für Körnerfresser:

Sie brauchen hierfür:

  • Rindertalg oder Schweineschmalz
  • Feine Haferflocken („Milchflocken“)
  • Sonnenblumen- und Hanfkerne
  • Kleine Sämereien
  • Blumentöpfe, Kokosnüsse oder kleine Netze

 

Futterglocken für Körnerfresser:

Zunächst bereiten Sie die Gefäße, in die Sie das Futter füllen möchten, vor. Wenn Sie bereits Halterungen oder Spender für das Futter besitzen, so reinigen Sie diese von alten Futterresten. Sollten Sie Blumentöpfe verwenden wollen, benötigen Sie kleine Stöckchen, die durch die Bodenöffnung des Topfes passen – sie dienen später als Sitzstangen. Bei Kokosnusshälften sind Sitzstangen nicht nötig, die Vögel können sich gut am rauen Rand der Nüsse festhalten. Eine Aufhängervorrichtung aus Draht oder Kordel muss vor dem Befüllen angebracht werden.

Sind die Gefäße fertig, beginnen Sie mit dem langsamen Erhitzen des Fettes (geht sehr gut in der Mikrowelle). Achten Sie darauf, dass es nicht zu heiß wird. Ist das Fett flüssig, geben Sie es zusammen mit den Haferflocken und den Körnern in einen Eimer oder eine Schüssel. Das Verhältnis von Fett zu Futter sollte ungefähr 1 : 1,5 sein, die Haferflocken machen dabei rund die Hälfte des Futters aus. Vermengen Sie alles gut. Nach kurzer Zeit beginnt die Masse durch das Erkalten des Fettes breiig zu werden. Wenn das Gemisch zu flüssig oder fest ist, geben Sie noch etwas Flocken oder Fett zu.

Ist die gewünschte Konsistenz erreicht, befüllen Sie die vorbereiteten Gefäße. Bei der Verwendung eines Blumentopf stecken Sie zunächst den zurechtgelegten Ast durch die Bodenöffnung, so dass er etwa 10 cm aus der oberen – großen – Öffnung (die beim Aufhängen dann nach unten zeigt) herausragt. Mit dem Futterbrei wird der Ast fixiert. Drücken Sie das Futter fest an – fertig ist die „Futterglocke“.

 

Goldammer am Futterplatz  / © TSV Bad Arolsen (N.H.)

 

Futterglocken für Weichfutterfresser:

Mit der gleichen Methode können Sie auch ein sehr hochwertiges Futter für Weichfutterfesser herstellen. Hierzu mischen Sie anstatt der Körner zu gleichen Teilen klein gehackte Hasel- und Walnüsse, Rosinen, getrocknete Beeren und Früchte, Weizenkleie und kleine Apfelstückchen mit den Haferflocken und dem Fett.

Achten Sie darauf, dass die Beeren und Früchte weder gezuckert noch geschwefelt sind. Beeren lassen sich übrigens auch gut selber trocknen. Ernten Sie dafür weniger saftige Früchte – besonders geeignet sind zum Beispiel Schlehen und Vogelbeeren (Ebereschen) – und trocknen Sie diese behutsam in der Sonne oder in einem warmen Raum.

Achtung: Weichfutter ist wegen der Apfelstücke und Beeren nicht haltbar (maximal 3 Monate) – anstatt Vorratshaltung sollten Sie besser mehrfach im Winter neues Weichfutter herstellen!

 

„Vogelplätzchen“:

Stellen Sie einen Teig aus kleingehackten Hasel- und Walnüssen, Rosinen, getrockneten (ungezuckerten!) Beeren, Weizenkleie, feinen Haferflocken („Milchflocken“), kleinen Apfelstückchen und ausgelassenem Kokosfett her.
Breiten Sie den Teig auf einer Arbeitsfläche aus und stechen Sie mit Plätzchenformen – besonders hübsch sind hier zum Beispiel Sterne oder Tannenbäume – die Vogelplätzchen aus. Stecken Sie in die noch weichen Kekse einen Nagel – an den so entstandenen Löchern können die Plätzchen später aufgehängt werden.

 

Meisen an der Futterstelle  / © TSV Bad Arolsen (N.H.)

 

Meisenknödel:

Auch Meisenknödel sind leicht herzustellen. Sie benötigen hierfür feinmaschige Netze, wie zum Beispiel solche, in denen Nüsse, Knoblauch oder kleine Zwiebeln angeboten werden.
Setzen Sie wie oben bei den Futterglocken beschrieben einen Fett-Futterbrei an und fertigen sie etwa 4 – 6 cm messende Kugeln. Sind diese nach einer halben Stunde des Abkühlens fest geworden, schlagen Sie sie in die Netze ein.

 

Streufutter:

Viele Vögel gehen nicht gerne an Futterglocken oder Meisenknödel. Für diese kann man sehr einfach selbst ein fetthaltiges Streufutter herstellen, dass man ins Vogelhaus, auf Futterbrettern oder den Boden geben kann.

Für Körnerfresser mischen Sie grobe Haferflocken, kleine Sämereien, Hanf- und Sonnenblumenkerne mit einer kleinen Menge ausgelassenem Rindertalg oder Schweineschmalz. Sie sollten nur soviel Fett verwenden, dass das Futter rundherum damit benetzt ist. Rühren Sie das Futter so lange, bis das Fett abgekühlt ist und die Körner nicht mehr aneinander kleben.

Ebenso können die Streufutter für Weichfutterfesser herstellen, das allerdings nicht lange haltbar ist (2 – 3 Monate). Hierzu behandeln Sie kleingehackte Hasel- und Walnüsse, Rosinen, getrocknete (ungezuckerte!) Beeren, Weizenkleie, grobe Haferflocken und kleine Apfelstückchen wie zuvor beschrieben.

 

Kernbeißer am Futterplatz  / © TSV Bad Arolsen (N.H.)

 

Futterbäume und Futteräste:

Wenn Sie einen großen Baum mit rissiger Rinde im Garten haben, können Sie ein Fettfutter, wie bei den Futterglocken beschrieben (für Körner- wie auch für Weichfutterfesser), in die Borke streichen. Machen Sie dies immer nur kleinflächig, denn zu viel ausgebrachtes Futter verdirbt oder bleibt bis in den Sommer am Stamm, wo es unansehnlich wird und zu riechen beginnt.

Sie können auch in einen toten Ast von 2- 4 m Länge Löcher fräsen oder bohren, die Sie mit dem Futterbrei befüllen. Den Ast können Sie an einen Baum lehnen oder auch festbinden – insbesondere Kleiber und Baumläufer profitieren von diesem Angebot.

Kleinere Aststücke mit einem Durchmesser von 5 – 10 cm und einer Länge von 30 – 50 cm können Sie auch – nachdem Sie sie durchbohrt und befüllt haben – gut aufhängen. Einige hineingeschlagene Nägel dienen als Sitzstangen.

 

Früchte:

Früchte sind eine sehr gute Winternahrung für viele Vögel. Halbierte Äpfel können ins Futterhaus oder in den Garten gelegt oder einfach auf abgestorbene Äste von Gehölzen gesteckt werden.

Hübsch kann auch ein abgestorbene Ast mit vielen Nebentrieben sein, an denen man halbierte Früchte aufspiesst. Ein solcher Ast wird – ggf. noch mit Meisenknödeln ergänzt und an einem Baum aufgehangen – ein echter Magnet für nahrungssuchende Vögel. Sie können hierfür übrigens auch halbierte Apfelsinen verwenden.

 

(Text mit freundlicher Genehmigung des Komitee gegen den Vogelmord e.V. Bonn, www.komitee.de)

 

 

Kleiber an der Futterstelle  / © TSV Bad Arolsen (N.H.)