Tierbestattungen

Wenn ein geliebtes Tier verstirbt, was dann?

 

Baum im Licht / © photowings - Fotolia.com

Leider kommt irgendwann für jeden Tierbesitzer der traurige Augenblick, in dem er von seinem geliebten Haustier Abschied nehmen muss.

Wie schmerzlich der Verlust auch sein mag, so gilt es doch, Einiges zu beachten und bedenken, beispielsweise welche Möglichkeiten Sie haben, ihrem verstorbenen Liebling, sei es nun Hund, Katze, Kleintier, Vogel, Fisch …  seine letzte Ruhe zu geben oder auch, welche wichtigen und rechtlichen Hinweise es dabei zu beachten gilt.

Wir haben hier für Sie einige Informationen zu­samm­en­getragen, die Ihnen ein wenig bei Ihren schwierigen Entscheidungen helfen sollen …

 

Tierbestattung / Tierkörperbeseitigung

Deutschlandweit gilt:

Ein Haustier, egal welches, darf weder in den Restmüll, noch in die Biotonne oder einfach in den Wald bzw. auf das Feld geworfen werden. Auch darf es nicht irgendwo im Wald oder auf Feldern vergraben werden! Dies sind Ordnungswidrigkeiten und werden mit Geldbußen bestraft. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Tiere jemand findet, es Nachahmer gibt oder gar Seuchen ausbrechen (z.B. wenn das Tier an einer ansteckenden Krankheit gestorben ist). Will man sein Haustier dennoch im Wald begraben, so besteht die Möglichkeit, einen Förster um Erlaubnis zu bitten. Allerdings bedarf es dann auch der ausdrücklichen Zustimmung desselben. Zudem sollte man sich bewusst sein, dass sich womöglich einige tierische Waldbewohner an der Grab­stätte zu schaffen machen.

 

Beerdigung im eigenen Garten:

Viele Tierbesitzer möchten ihren Liebling gerne im eigenen Garten beerdigen. Doch Vorsicht! Hier gibt es keine einheitliche Regelung. Nicht nur das die einzelnen Bundesländer unterschiedliche Bestimmungen haben. Nein, es kann sogar von Gemeinde zu Gemeinde Unterschiede bei Tierbeerdigungen auf eigenem Grund und Boden geben. Bevor Sie also eine derartige Bestattung angehen, erkundigen Sie sich dazu bei Ihrem zuständigen Veterinär- oder Ordnungsamt.

Bei uns im Landkreis Waldeck-Frankenberg gilt:

„Tote Haustiere gehören auf keinen Fall in die Biotonne oder auf den Kompost. Wenn Sie über ein eigenes Grundstück verfügen und dieses nicht in einem Wassereinzugsgebiet liegt, dürfen Sie Ihr Heimtier auch auf Ihrem Grundstück vergraben. Der Tierkörper muss dabei von einer mindestens 50 cm dicken Erdschicht bedeckt sein …“

Zuständig bei Fragen ist das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Ihres Landkreises bzw. Ihrer kreisfreien Stadt (E-Mail: veterinaeramt@landkreis-waldeck-frankenberg.de  / Tel.: 0 64 51 – 743-753)

Besitzen sie keinen eigenen Grund und Boden, so ist es nur mit ausdrücklicher und schriftlicher Genehmigung ihres Vermieters gestattet, ihr Haustier im Garten zu begraben.

 

Tierfriedhöfe:

Haben Sie keine Möglichkeit, Ihr geliebtes Tier auf Ihrem eigenen Grund zu beerdigen, möchten es aber dennoch gerne, bleibt noch die Wahl eines Tierfriedhofes. Diese sind allerdings noch nicht so häufig vorhanden und oft auch nicht in unmittelbarer Nähe.
Ist Ihnen der – möglicherweise lange – Weg egal, haben Sie vielfältige Möglichkeiten der Bestattung, wobei hier die Beerdigungen und Gräber nach Art der Bestattung und Pachtdauer abgerechnet werden. Hier können Sie Urnen und Särge beisetzten lassen, Grabsteine aufstellen und Blumengestecke legen und natürlich auch die Dauer der Pacht selbst bestimmen.

Für unseren Einzugsbereich steht Ihnen der Natur-Tierfriedhof in Goldhausen, unterhalb des Eisenbergs zur Verfügung. Informationen hierzu finden sie auch unter www.tierfriedhof-goldhausen.de
(Mit freundlicher Genehmigung der Tierfriedhof GbR Gerhard Kuhnhenn und Eckhard Kuhnhenn).

 

 

Kerzenlicht / © Bernd S. - Fotolia.com

 

Tierkrematorien:

Eine weitere Möglichkeit ist die Kremierung Ihres vierbeinigen Lieblings in einem Tierkrematorium. Hier kann man unterscheiden zwischen Gemeinschafts-Einäscherung und Einzel-Einäscherung.
Bei Ersterem werden mehrere Tiere zusammen kremiert und die Asche dann beispielsweise an einem dafür vor­ge­sehenen Ort verstreut.
Bei der zweiten Variante wird nur das einzelne Tier kremiert. Der Vorteil: Sie können die Asche Ihres Tieres in ein­er Urne oder einem anderen Kästchen mit nach Hause nehmen. Wählen Sie diese Variante, kann Ihnen die Tierbestattung Im Rosengarten in diesen schweren Stunden helfen, alles für Ihren Liebling zu regeln. Oft hat man eine lange, gemeinsame Lebenszeit miteinander verbracht. Da ist es natürlich, dass man sich von seinem treuen Kameraden würdevoll verabschieden möchte.

Für unsere Region ist der Rosengarten in Kassel der nächste Ansprechpartner, dazu ist dieses Unternehmen auch deutschlandweit vertreten:  www.tierbestattung-im-rosengarten.de

 

http://www.Tierbestattung-Im-Rosengarten.de

 

 

Beim Tierarzt:

Haben Sie nicht die finanziellen Mittel oder wollen aus anderen Gründen Ihr Haustier nicht beerdigen oder ein­äsch­ern lassen, kann das Tier nach der Euthanasie auch beim Tierarzt gelassen werden.

Dort werden Sie meist zunächst gefragt, ob und welche Gedanken Sie sich zur Bestattung Ihres Tieres gemacht haben. „Wenn es sich um Hunde handelt, fragt der Tierarzt vorher, ob man ihn zu Hause begraben kann und fährt gegebenenfalls auch zum Einschläfern dorthin.“, so die Mitarbeiterin einer Tierarztpraxis in Bad Arolsen. „Ist dies nicht der Fall, kommen die Leute direkt in die Praxis und lassen den Hund da. Kleintiere, Kaninchen und Co. wer­den meistens mitgenommen.“

In Bad Arolsen bietet das Tierarztpraxis-Team auch immer noch die oben beschriebenen anderen Möglichkeiten wie Tierkrematorium etc. an, da viele Tierbesitzer zunächst keine Alternative kennen, als das Tier beim Arzt zu lassen.

Werden alle anderen Alternativen ausgeschlossen, kümmert sich der Tierarzt letztlich um die fach­ge­rech­te „Beseitigung“ des Tierkörpers. Dabei wird das Tier zusammen mit anderen Haustieren verbrannt oder verwertet. Die dafür entstehenden Kosten hat dann auch der Tierbesitzer zu tragen. Sie liegen – je nach Tierart und Tierarzt – zwischen 10,- EUR und 100,- EUR. Bei Fragen hierzu wenden Sie sich bitte direkt an den Tierarzt Ihres Vertrauens.

 

„Virtuelle Beerdigung“:

Natürlich kein echter Ersatz, aber eine dafür immer beliebtere Variante ist zuletzt noch die ersatzweise „Beerdigung“ auf einem virtuellen Friedhof im Internet. Zahlreiche Plattformen bieten hier unterschiedlichste Möglichkeiten an, um den verstorbenen Liebling für die Ewigkeit in Erinnerung zu behalten.

 

Lichter-Wald / © Iakov Kalinin - Fotolia.com

 

 

Darf man um Tiere genauso trauern wie um Menschen?

Egal wie sie es schließlich lösen, die meisten Tierbesitzer wünschen sich inzwischen einen würde­vollen Abschied und wollen und sollen um ihr Tier trauern. Denn Trauer ist aus psychologischer Sicht wichtig:

„Abschiedsrituale sind ganz wichtig!“

Wenn ein Tier stirbt, trauern die meisten Menschen um ihren Liebling genauso wie um ein Familienmitglied. Diplom-Psychologin Svenja Lüthge weiß: Das ist in Ordnung und wichtig, um über diesen Verlust hinwegzukommen.

 

Darf man um Tiere genauso trauern wie um Menschen?

Ja, das darf man! Für viele Menschen, insbesondere für ältere, ist ein Tier oft der einzige zuverlässige Begleiter. Wenn sie nach Hause kommen, freut sich der Hund oder streift die Katze um ihre Beine, das Tier ist ein guter Freund. Und wenn es stirbt, dann fühlt es sich eben auch so an, als ob man einen guten Freund verloren hat.

 

Wäre es denn nicht sinnvoll, sich mit einem neuen Tier abzulenken? Oder sollte der Halter auf jeden Fall erst die Trauerzeit aktiv durchleben?

Das hängt ganz vom jeweiligen Menschen ab. Für manche Menschen, gerade für Senioren, ist es sehr wichtig, zum Beispiel einen Hund um sich herum zu haben. Sofort nach dem Tod des Haustiers sollte man sich jedoch kein neues holen, sondern sich schon eine gewisse Zeit der Trauer zugestehen, um sich von seinem Tier zu verabschieden. Danach kann der Mensch sich damit auseinandersetzen, ob er wirklich bereit für ein neues Tier ist: Passt es in mein Leben, kann ich dem Tier das Umfeld bieten, das es verdient hat? Kann man diese Fragen mit Ja beantworten, steht einem neuen Hund oder einer neuen Katze nichts im Wege.

 

Wie können Menschen, die ein geliebtes Haustier verloren haben, mit dem Verlust umgehen und ihren Schmerz lindern?

Wichtig ist es, sich selbst zuzugestehen, trauern zu dürfen. Abschiedsrituale sind sehr wichtig, um die Trauer später verarbeiten zu können. Wenn das Tier eingeschläfert wird, sollte der Mensch ihm noch einmal bewusst über den Kopf streicheln. Wenn er die Möglichkeit hat, sein Tier zu begraben, hilft das sehr. Das nicht zu können und beim Tierarzt abholen lassen zu müssen ist für die meisten sehr schlimm. In diesem Fall kann man daheim ein Foto aufstellen, dieses betrachten und sich an die schönen Zeiten erinnern. Man muss die Trauer zulassen – aber man muss dann auch lernen loszulassen.

 

Besonders schlimm ist der Verlust eines Haustieres für Kinder. Wie können Eltern ihren Kindern bei der Trauerarbeit helfen?

Auch für Kinder ist ein Abschiedsritual sehr wichtig. Eltern sollten ihnen erklären, dass Sterben zum Leben gehört. Stirbt beispielsweise das Meerschweinchen, sollte man es in eine Kiste legen, dazu ein paar Blümchen, und es in einem feierlichen Akt gemeinsam im Garten begraben. Ein Kreuz oder Steinchen erinnert an das geliebte Tier. So können Kinder gut Abschied nehmen. Trauert ein Kind, sollten die Erwachsenen immer darauf eingehen, es also in den Arm nehmen, zuhören, erklären, wo das Tier sich jetzt befindet und dass es ihm gut geht, da, wo es jetzt ist. Es ist wichtig, auf die Fragen der Kinder einzugehen und für sie da zu sein.

 

Wie kann man sich bereits zu Lebzeiten des Haustieres auf den Abschied vorbereiten?

Wenn das Tier jung ist, sollten sich die Halter mit dem Tod nicht belasten, sondern die gemeinsame Zeit, die sie mit dem Tier haben, für möglichst viele schöne gemeinsame Erlebnisse nutzen. Mit dem Gedanken an den Tod sollte man sich erst vertraut machen, wenn das Tier krank oder alt wird. Dann ist es wichtig, die letzte Zeit des Vierbeiners möglichst schön zu gestalten und sich so auf den Abschied vorzubereiten

(Mit freundlicher Genehmigung: Fressnapf Journal 10/2012,  Autor: Melanie Bäumel).

 

Zum Schluss bleibt zu hoffen, dass Ihr gefiederter, geschuppter oder felliger Be­glei­ter ein langes, gesundes und glückliches Leben mit Ihnen teilt!

 

 

Regenbogenbrücke / © N. Henkel

 

 

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Lichter-Wald  / © Iakov Kalinin – Fotolia.com
Regenbogenbrücke  /   ©  N. Henkel